{"id":68,"date":"2018-07-20T17:37:01","date_gmt":"2018-07-20T15:37:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/themenarchiv\/?page_id=68"},"modified":"2021-11-05T21:09:12","modified_gmt":"2021-11-05T20:09:12","slug":"phaenologie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/themenarchiv\/themen\/phaenologie.html","title":{"rendered":"Ph\u00e4nologie"},"content":{"rendered":"<div id=\"dslc-theme-content\"><div id=\"dslc-theme-content-inner\"><div id=\"dslc-content\" class=\"dslc-content dslc-clearfix\">\n<div id=\"dslc-main\">\n<div  class=\"dslc-modules-section \" style=\"\" data-section-id=\"3d1a1ca2896\">\n<div class=\"dslc-modules-section-wrapper dslc-clearfix\">\n<style type=\"text\/css\" id=\"dslca-modules-area-\"><\/style>\n<div  class=\"dslc-modules-area dslc-col dslc-12-col dslc-last-col dslc-valign- \" data-size=\"12\" data-valign=\"\" data-modules-area-id=\"\" >\n<div id=\"dslc-module-2df829f4294\" class=\"dslc-module-front dslc-module-DSLC_Text_Simple dslc-in-viewport-check dslc-in-viewport-anim-none  dslc-col dslc-12-col dslc-last-col  dslc-module-handle-like-regular \" data-module-id=\"2df829f4294\" data-module=\"DSLC_Text_Simple\" data-dslc-module-size=\"12\" data-dslc-anim=\"none\" data-dslc-anim-delay=\"\" data-dslc-anim-duration=\"650\"  data-dslc-anim-easing=\"ease\" data-dslc-preset=\"none\" >\n<div class=\"dslc-text-module-content\">\n<h4 style=\"text-align: center;\"><em>Heinrich Blana<\/em><\/h4>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Ph\u00e4nologie in der Biologie<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Einf\u00fchrung und Begriffserkl\u00e4rung<\/h3>\n<h5>Begriffsdefinitionen<\/h5>\n<p>\u201eDie <strong>Ph\u00e4nologie<\/strong> ist die Lehre vom Einfluss des Wetters, der Witterung und des Klimas auf den jahreszeitlichen Entwicklungsgang und die Wachstumsphasen der Pflanzen und Tiere\u201c (SCHIRMER et al 1987).<\/p>\n<p>Das <strong>Wetter<\/strong> beschreibt aufgrund von Messdaten den augenblicklichen Zustand der Atmosph\u00e4re und die kurzfristigen Ver\u00e4nderungen der meteorologischen Erscheinungen und deren Zusammenwirken zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort.\u00a0 Wetterelemente sind u.a. Wolken, Niederschlag, Wind, Temperatur, Luftdruck. Das Wetter entspricht somit dem regionalen Klima (WALCH & FRATER 2004).<\/p>\n<p>Die <strong>Witterung<\/strong> beschreibt die sich im jahreszeitlichen Rhythmus wiederholende vorherrschende charakteristische Abfolge der Wetterelemente \u00fcber einen bestimmten Zeitraum von mehreren Tagen bis zu mehreren Wochen in einem gr\u00f6\u00dferen Gebiet (WALCH & FRATER 2004).<\/p>\n<p>Das <strong>Klima<\/strong> ist die Zusammenfassung der Wettererscheinungen, die den mittleren Zustand der Atmosph\u00e4re \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum von mindestens 10 Jahren charakterisieren. Das Klima ist das Ergebnis messbarer meteorologischer Elemente wie Strahlung, Lufttemperatur. Luftdruck, Feuchtigkeit, Wind und deren Beziehung und gesetzm\u00e4\u00dfige Verkn\u00fcpfung untereinander. Davon abh\u00e4ngig sind Wetterelemente wie Bew\u00f6lkung und Niederschlag (SCHIRMER et al. 1987). Das Klima eines Raumes wird durch die dort herrschenden klimabeeinflussenden Faktoren wie Breitengrad, Wind, H\u00f6henlage, Exposition und Siedlungsdichte bestimmt.<\/p>\n<h5>Die Circadiane Rhythmik als Zeitgeber<\/h5>\n<p>Neben dem Einfluss meteorologischer Faktoren auf Wachstum und Entwicklung der Pflanzen und Tiere ist hierf\u00fcr auch der auf der Eigenrotation der Erde beruhende Circadiane Rhythmik, der Hell-Dunkel-Rhythmus oder Photoperiodismus und die damit verbundene Ver\u00e4nderung des L\u00e4ngenverh\u00e4ltnisses von Licht- zu Dunkelphase im Laufe eines Jahres f\u00fcr ph\u00e4nologische Erscheinungen entscheidend. Die L\u00e4nge der hier vorhandenen Dunkelphase ist meist der Zeitgeber f\u00fcr die endogene Rhythmik (Innere Uhr) der Organismen. Dazu geh\u00f6rt auch der artspezifische Beginn der Bl\u00fchphase und damit der Fortpflanzungsphase der Bl\u00fctenpflanzen sowie u.a. die Entwicklungsphasen von Insekten. Deren Schlupf des flugf\u00e4higen Stadiums sollte mit dem Erscheinen ihrer Nahrungsquelle, den Pollen und Nektar bildenden Bl\u00fcten, und damit dem Erscheinen der f\u00fcr die Bl\u00fctenpflanze wichtigen Best\u00e4uber synchronisiert sein.<\/p>\n<h5>Einfluss der Umgebungstemperatur<\/h5>\n<p>Neben der richtigen Jahreszeit hat f\u00fcr eine erfolgreiche Fortpflanzung der Bl\u00fctenpflanze auch die Umgebungstemperatur am Standort zum Zeitpunkt des Aufbl\u00fchens einen gro\u00dfen Einfluss. Wetterperioden mit kalten Temperaturen zum Bl\u00fchzeitpunkt k\u00f6nnten besonders bei Fr\u00fchbl\u00fchern den Fortpflanzungserfolg einer ganzen Vegetationsperiode verhindern. Es ist deshalb wichtig, dass der Zeitpunkt das Aufbl\u00fchens nicht nur durch die circadiane Rhythmik allein starr festgelegt wird. Wichtig ist, dass die Bl\u00fchzeitpunkt unter dem Einfluss von externen Faktoren wie den der Temperatur regulierbar und somit an die gerade herrschenden Witterungsverh\u00e4ltnisse anpassbar ist.<\/p>\n<h5>Endogene Regulation des Bl\u00fchzeitpunkts durch die Pflanze<\/h5>\n<p>Pflanzen besitzen f\u00fcr die Licht- und Temperaturmessung und damit f\u00fcr ihre Anpassung an die sich im Tagesrhythmus \u00e4ndernden Umweltbedingungen, der circadianen Rhythmik, mehrere Photorezeptoren:<\/p>\n<p>Die Phytochrome messen den Rotlichtanteil. Es existieren zwei Formen: die eine absorbiert hellrotes Licht, die andere dunkelrotes Licht. Sie steuern Entwicklungsvorg\u00e4nge von Pflanzen, u.a. das Ergr\u00fcnen von Pflanzenteilen, die Bl\u00fctenbildung und Samenkeimung, und sind an der Kontrolle der Circadianen Rhythmik beteiligt.<\/p>\n<p>Die Cryptochrome messen Blaulicht und sind ebenfalls f\u00fcr die Kontrolle der circadianen Rhythmik bei der Bl\u00fctenbildung verantwortlich. Cryptochrome sind auch bei der Wahrnehmung der circadianen Rhythmik bei Tieren beteiligt.<\/p>\n<p>Die Messwerte der Photorezeptoren sind Teil eines Regulationsmechanismus f\u00fcr den Beginn der Bl\u00fctenausbildung, dem eine komplexe genetische Regulation bestimmter Gene zugrunde liegt. Diese erlaubt es der Pflanze bei der Bl\u00fctenbildung auf ung\u00fcnstige Umweltbedingungen, etwa auf zu hohe oder zu niedrige Au\u00dfentemperaturen, zu reagieren. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur genetischen Regulation des Bl\u00fctezeitpunkts lassen sich unter den folgenden Links nachlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/7529329\/bluehzeitpunkt_arabidopsis\">Pflanzenbl\u00fcte ist eine Frage des Timings<\/a> (SCHMID 2013),<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/nachrichten.idw-online.de\/2020\/05\/26\/komplexe-genetische-regulation-des-bluetezeitpunkts\/\">Komplexe genetische Regulation des Bl\u00fctezeitpunkts<\/a> (KEMPKEN 2020),<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pflanzenforschung.de\/de\/pflanzenwissen\/journal\/fruehlingserwachen-verstehen-bluetenbildung-wird-durch-10780\">Fr\u00fchlingserwachen verstehen<\/a> (LUTZ et al. 2017),<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.max-wissen.de\/Fachwissen\/show\/5843?seite=4\">Was l\u00e4sst Pflanzen bl\u00fchen?<\/a> (BECK 2012).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei einem Waldspaziergang Ende M\u00e4rz im noch unbebl\u00e4tterten Laubwald sind aufbl\u00fchende Buschwindr\u00f6schen und Waldschl\u00fcsselblumen gewohnte, attraktive Fr\u00fchjahrsboten. Aber woher sp\u00fcren die Pflanzen, dass genau Ende M\u00e4rz\/Anfang April ihre Bl\u00fch- und damit ihre Fortpflanzungszeit gekommen ist? \u00a0In den vorangegangenen Ausf\u00fchrungen zur circadianen Rhythmik und endogenen Regulation wird deutlich, dass hinter dem Aufbl\u00fchen eines Buschwindr\u00f6schens eine hoch komplexe Steuerung mit vielen ineinandergreifenden Steuerelementen wirksam ist: Endscheidenden externen Einfluss auf die Pflanze haben der Hell-Dunkel-Rhythmus als Folge der Erdrotation als Zeitgeber und Wetterfaktoren, besonders die lokal wirksame Lufttemperatur. Als interne Regulationselemente sind u.a. Photorezeptor-Proteine wirksam. Au\u00dferdem sorgt eine spezielle Genausstattung mit komplexer Genregulation und einer entsprechenden Genexpression f\u00fcr die Synthese von regulierenden Substanzen zur Bl\u00fctenbildung. Bis heute sind trotz intensiver Forschung noch keineswegs alle Einzelheiten der jahreszeitlich abh\u00e4ngigen Bl\u00fctenbildung wissenschaftlich gekl\u00e4rt. \u00a0<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>Ph\u00e4nologische Beispiele aus dem Sauerland<br \/><\/strong><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/themenarchiv\/themen\/phaenologie\/phaenologische-entwicklung-von-pflanzen-im-laubwald-2.html\">Ph\u00e4nologische Entwicklung ausgesuchter Bl\u00fctenpflanzen in sauerl\u00e4ndischen Laubw\u00e4ldern<\/a><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/themenarchiv\/themen\/phaenologie\/aspektfolge-bockkaefer.html\">Jahreszeitliche Aspektfolge bei bl\u00fctenbesuchenden Bockk\u00e4fern<\/a><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/unterrichtsprojekte\/wespenspinne\/projektbeschreibung-wespenspinne\/entwicklungszyklus.html\">Entwicklungszyklus der Wespenspinne<\/a><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/unterrichtsprojekte\/amphibien\/materialien-amphibien.html\">Lebensraum, Wanderverhalten und Gef\u00e4hrdung von Amphibien<\/a><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.natur-erforschen.net\/unterrichtsprojekte\/brutvoegel\/oekologische-gilden\/wanderungen.html\">Zuggilden des Brutvogelbestands im Rumbecker Holzes<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p><!-- .dslc-module -->\n\t\t<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heinrich Blana Ph\u00e4nologie in der Biologie Einf\u00fchrung und Begriffserkl\u00e4rung Begriffsdefinitionen \u201eDie Ph\u00e4nologie ist die Lehre vom Einfluss des Wetters, der Witterung und des Klimas auf den jahreszeitlichen Entwicklungsgang und die Wachstumsphasen der Pflanzen und Tiere\u201c (SCHIRMER et al 1987). 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