Beutespektrum

Wespenspinne mit gefangener Feldheuschrecke.
Abbildung 30

Auf zwei Flächen wurden Anfang September 1999 Daten zum Beutespektrum adulter weiblicher Wespenspinnen gesammelt: in der Ruhraue Neheim und auf der Brachfläche Fröndenberg. Dabei wurden allerdings nur die mittelgroßen und großen Beutetiere abgesammelt und bestimmt, nicht jedoch die häufig an den Fäden klebenden Blattläuse, kleinen Mücken oder sonstigen sehr kleinen fliegende Insekten. Es zeigt sich folgendes Bild für die beiden Probeflächen Abbildungen 31 und 32):

Zuordnung der Beutetiere getrennt nach den Probeflächen
Abbildung 31
Zuordnung der Beutetiere auf beiden Probeflächen zu den einzelnen Insektenordnungen und Spinnen ( n = 127)
Abbildung 32
Beutespektrum weiblicher Wespenspinnen auf Probeflächen in verschiedenen mitteleuropäischer Regionen.
Abbildung 33

 

 

 

 

 

 

Fasst man die abgesammelten Beutetiere für beide Probeflächen zusammen, stehen Zweiflügler wie größere Fliegen und Hautflügler wie Honigbienen und Wespen als Beute ganz oben. Betrachtet man aber die beiden Untersuchungsergebnisse getrennt, wird deutlich, dass das Beutespektrum je nach Habitat stark divergiert: Stehen in der Ruhraue in der stark mit Gras durchwachsenen Hochstaudenflur (Abbildung 20, Bild oben rechts) Feldheuschrecken an erster Stelle der Beutetiere, spielen diese auf der Ruderalflur am Ortsrand von Fröndenberg (Abbildung 20, Bild unten rechts) nur eine untergeordnete Rolle. Hier sind Honigbienen die Hauptbeute. Das Beutespektrum ist im Einzelnen davon stark abhängig, welche Insekten oder auch Spinnen sich als potentielle Beute in dem entsprechenden Habitat und dessen Umfeld zu der entsprechenden Jahreszeit gerade aufhalten. Diese regionalen und lokalen Unterschiede werden auch bei einem Vergleich mit den umfangreiche Untersuchungen zum Beutespektrum der Wespenspinne auf Hochstaudenfluren in der Schweiz ( NYFFELER & BENZ 1978, 1991) und auf Halbtrockenrasen in Thüringen (MALT, SANDER & SCHÄLLER 1990, MALT 1994) deutlich (siehe dazu Abbildung 31). Während auf der Brachfläche in Fröndenberg und auf den Halbtrockenrasen Bienen, Wespen sowie Fliegen als Hauptbeuteorganismen von der Wespenspinne gefangen werden, sind es auf den Hochstaudenfluren in der Schweiz Zikaden und in der Ruhraue Neheim Heuschrecken. Das Beutespektrum im Vergleich zu den mit der Wespenspinne im gleichen Habitat zusammenlebenden weiteren Radnetzspinnen lässt sich der Projektbeschreibung der Unterrichtsprojekts "Spinnen Ruhraue" entnehmen.