Zusammenfassung der Projektergebnisse

  • In der grasigen Hochstaudenflur der schulnahen Ruhraue waren im Spätsommer und Frühherbst häufig mehrere große Radnetzspinnen zu finden, die ihre Netze oft dicht nebeneinander bauten. Hierzu zählten Gartenkreuzspinne,
    Vierfleckkreuzspinne und Herbstspinne. Hinzu kam bis Mitte September die Wespenspinne.
  • Neben den Untersuchungen zur Wespenspinne bot sich die Möglichkeit, mit den Schülern bei drei weiteren im gleichen Gelände lebenden Spinnenarten Netzstandort, Netzstruktur und Beutespektrum auf einer definierten Probefläche zu erfassen.
  • Die schuleigenen Untersuchungsdaten wurden mit entsprechenden Daten in der Fachliteratur verglichen und um diese erweitert, um so auf einer breiteren Basis Hinweise auf eine mögliche ökologische Nischendifferenzierung bei Radnetzspinnen ableiten zu können. Dazu wurden auch die in der Literatur berücksichtigte Schilfradspinne und Streckerspinne, die in der Ruhraue ebenfalls verbreitet sind, einbezogen.
  • Jahreszeitliches Auftreten und Habitatstruktur-Präferenz der sechs Radnetzspinnenarten wurden zusammengestellt.
  • Auf der Probefläche in der Ruhraue wurden - wie bereits bei der Wespenspinne - die Netzstandorte von Gartenkreuzspinne, Vierfleckkreuzspinne und Herbstspinne von den Schülern ermittelt.
  • Dazu wurden die Netzhöhe über dem Boden sowie die Netzbreite der drei Spinnenarten gemessen und die Werte, einschließlich der bereits vorliegenden Werte für die Wespenspinne, grafisch dargestellt.
  • Es ließen sich aus den Messdaten deutliche Unterschiede bei der präferierten Netzhöhe und der Netzbreite zwischen den vier Spinnenarten ablesen. Daneben wurden auch Überlappungsbereiche beim Netzstandort der Arten sichtbar.
  • Der Vergleich mit dem wesentlich umfangreicheren Datenmaterial in der Fachliteratur zeigte, dass die Untersuchungsergebnisse der Schüler trotz des relativ geringen Stichprobenumfangs und der Messungenauigkeiten wichtige Deutungsergebnisse zur Differenzierung beim Netzstandort der vier Radnetzspinnen möglich machten.
  • Mittels der veröffentlichen Literaturdaten wurden die lokalen Ergebnisse um zusätzliche Messdaten zur Netzstruktur und zum Beutespektrum aus verschiedenen Regionen Mitteleuropas erweitert.
  • Es zeigte sich, dass Messwerte für die Netzhöhe über dem Boden und für die Netzbreite und somit im Wesentlichen für den Fangbereich der Spinnen in den verschiedenen Regionen sehr ähnlich sind und als arttypisch gelten können.
  • Dagegen lässt ein Vergleich der Beutespektren der einzelnen Spinnenarten aus verschiedenen Regionen lokal große qualitative und quantitative Unterschiede in der Zusammensetzung der Beutespektrums mit deutlichem lokalem Habitatbezug erkennen.
  • Beim Vergleich der Größe und Mobilität der Beuteorganismen der sechs Spinnenarten wird deutlich, dass die Wespenspinne hierbei eine Sonderstellung einnimmt: Sie selektiert mit ihrem bodennahen und aktiv geschaffenen freien Netzraum wesentlich stärker als die übrigen Radnetzspinnen große Beuteinsekten wie Heuschrecken und Bienen aus.
  • Aus den vorliegenden Untersuchungsdaten zu Netzstandort, Netzstruktur und Beutespektrum lassen sich der Grad der ökologischen Nischentrennung und Nischenüberlappung bei sympatrisch lebenden Radnetzspinnenarten ableiten.
  • Kleinräumige artspezifische Habitatpräferenzen und jahreszeitliche Unterschiede beim Auftreten geschlechtsreifer Weibchen tragen zusätzlich zur ökologischen Nischendifferenzierung bei.