Beschreibung des Projektablaufs

Um genauere Grundlagen für sinnvolle und nachhaltige Schutzmaßnahmen zu erhalten und sachliche Argumente für die Durchsetzung dieser Schutzmaßnahmen bei Stadtverwaltung und politischen Entscheidungsgremien vorweisen zu können, wurden Untersuchungen zur Verbreitung und Häufigkeit von Amphibienarten mit den Schülerinnen und Schülern geplant und durchgeführt. Dabei war zu beachten, dass der ausgebaute Forstweg durch das Rumbecker Holz, welches mittlerweile als Teil des großen Naturschutzgebietes „Lüerwald“ ausgewiesen ist, für viele Bürger von Arnsberg-Neheim und -Hüsten als „Schleichweg“ zur Umfahrung von morgendlichen Verkehrsstaus genutzt wurde und somit ein erheblicher öffentlicher Druck zur Offenhaltung der Straße entstanden war.

Schritt 1
In Kooperation mit dem Umweltamt und den örtlichen Naturschutzverbänden wurde ein Amphibienschutzzaun in einem Teilbereich der Forststraße angelegt und über einen Zeitraum von einem Monat hinweg täglich mit Schülergruppen
kontrolliert. Das Ablaufen des gesamten, ein Kilometer langen Kontrollabschnitts mit der Identifizierung, der Zählung und dem Einsammeln der überfahrenen Amphibien erfolgte durch Lehrkräfte.

Schritt 2
Zusätzlich wurden mit Schülerinnen und Schülern, ergänzend durch Lehrkräfte alleine, das Vorkommen von Amphibienlaich und die Häufigkeit von Erdkröte und Grasfrosch in den Laichgewässern untersucht.

Schritt 3
In Kooperation mit dem Straßenverkehrsamt wurde über eine ganze Woche hinweg stündlich der Verkehr auf dem Forstweg durch das Rumbecker Holz gezählt, um so zu verlässlichen Verkehrsfrequenz- und Verkehrsbelastungsdaten zu kommen.

Schritt 4
Alle Beobachtungs- und Zähldaten wurden tabellarisch und grafisch im Rahmen des Kursunterrichts aufbereitet und dann der Schulgemeinde vorgestellt. Aus den Daten wurden verschiedene Möglichkeiten von Schutzmaßnahmen entwickelt
und deren Effizienz mit dem Umweltamt und den Naturschutzverbänden besprochen.

Schritt 5
Es wurde durch die Schulgemeinde über den Schulleiter ein Bürgerantrag an die drei zuständigen politischen Ausschüsse formuliert. Der Bürgerantrag wurde im Umweltausschuss unter Verwendung der Untersuchungsergebnisse im Beisein
von Schülerinnen und Schülern erläutert. Dies führte zu der beantragten nächtlichen, zeitlich befristeten Sperrung der Straße. Sie wird bis heute jedes Jahr für ca. drei Monate durchgeführt.

Schritt 6
Kontrollen während der Zeit der Sperrung haben gezeigt, dass die Amphibienverluste durch Überfahren nur noch minimal waren und sind. Somit konnte auch verdeutlicht werden, dass durch genaue ökologische Untersuchungen eine Schutzmaßnahme möglich wurde, die einerseits sehr effektiv ist und andererseits weitere öffentliche Belange nicht unnötig stark einschränkt.