Weitere Strukturelemente und Geländefaktoren im Rumbecker Holz

Siepen, Hohlwege, Böschungen und Bäche

Das Rumbecker Holz weist ein Gefälle nach Nordosten zur Ruhr hin auf und fällt zum Ruhrbett steil ab. Diese Geländeneigung macht sich in den Folgen des Wasserabflusses bemerkbar: Entlang des Gefälles gräbt das abfließende Oberflächenwasser Erosionsrinnen, sogenannte Siepen, in den Talhang zur Ruhr, die teils Wasser führen. (siehe Kapitel „Materialien Untersuchungsraum“). Zusätzlich sind in historischer Zeit durch Holzabfuhr mit Hilfe von Rückepferden Hohlwege am Talhang im relativ weichen Lössboden entstanden. Durch den Bau der Forststraße am Hangfuß entstand eine steile Böschung. Diese Geländeeinschnitte weisen ein gemeinsames Merkmal auf: Bäume, besonders Rotbuchen, die an der Hangkante wachsen, verankern sich mit stark ausgeprägten oberflächlichen Wurzeln, zwischen denen viele Spalten und Löcher zu finden sind. Die können von Höhlenbrütern genutzt werden.

Am Rand der der Untersuchungsfläche befinden sich zwei Bäche: Im Nordwesten der Schwiedinghauser Bach (Hülsbach), ein natürlicher kleiner Mittelgebirgsbach, der in Teilbereich im Unterlauf zu Teichen aufgestaut ist. Im Nordosten verläuft der verlegte Baumbach, dessen Bachbett massiv verbaut ist. Siepen, Bäche und Böschungen zeigt die folgende Grundlagenkarte 4:

Grundlagenkarte 4: Siepen, Hohlwege, Böschungen, Bäche

Bodenfeuchtigkeit

Neben den Bachläufen kann für Brutvögel auch der Grad der Bodenfeuchtigkeit von Bedeutung sein. Im Rahmen des Projekts Waldboden wurde u.a. die Bodenfeuchtigkeit im Ah-Horizont bestimmt (siehe Kapitel „Wasserhaushalt des Bodens“). Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse sind in der Grundlagenkarte 5 zusammengestellt.

Grundlagenkarte 5: Bereiche der Bodenfeuchtigkeit

Randbereiche

Ein erheblicher Teil der Waldfläche Rumbecker Holz grenzt nicht an Wald, sondern an andersartige Lansdchaftsräume mit anderen Strukturen wie Park- oder Siedlungsflächen. Einige Vogelarten, die auf der Untersuchungsfläche registriert wurden, nutzen die Nachbarräume als Teil ihres Lebensraums mit, z.B. als Nahrungsraum. Umgekehrt wurden Vogelarten im Randbereich des Rumbecker Holzes registriert, die hier zwar Nahrung suchen, aber nicht brüten. Die Randzonen weisen oft eine andere, z.T. vielfältigere Artenzusammensetzung auf als im Zentralbereich der Waldfläche zu finden ist. Man spricht hier von einem Rand- oder Grenzeffekt, in dem sich die Lebensansprüche von Vogelarten, die hauptsächlich im jeweils benachbarten Landschaftsraum leben, überschneiden. Die genutzte Breite des Randbereichs kann artspezifisch unterschiedlich sein. Der Randberereich des Rumbecker Holzes ist in der folgenden Grundlagenkarte 6 dargestellt.

Grundlagenkarte 6: Randbereiche der Waldfläche Rumbecker Holz

Die Grundlagenkarten 1 bis 6 können als Hintergrundkarten mit den Brutrevier-Karten der Vogelarten kombiniert werden. Daraus lassen sich mögliche Beziehungen zwischen der Verbreitung und dem Bestand einzelner Vogelarten und der Ausprägung der Strukturelemente im Rumbecker Holz ableiten.