Ablagerung von Gartenabfällen im Wald

Flächen mit Gartenabfällen

Auf  siedlungsnahen Waldflächen werden unerlaubt regelmäßig Gartenabfälle entsorgt. Diesem sorglosen Umgang mit dem fremden organischen Pflanzenabfall liegt die verbreitete Meinung zugrunde, dass zusätzliches Pflanzenmaterial dem Wald nicht schaden kann, da ohnehin abgefallene Blätter und viel Totholz auf dem Waldboden liegen und humifiziert werden. Es zeigt sich aber, dass eine wilde Kompostierung, besonders weiter vom Garten entfernt im Waldinneren, an den entsprechenden Stellen zu erheblichen Veränderungen der Bodenverhältnisse führt und mit den Abfällen auch Garten- und Zierpflanzen in den Wald gelangen, in einem Naturschutzgebiet sicherlich unerwünscht.

Abb. 1: Ablagerungstelle von Gartenabfällen im Wald
Abb 2: Pflanzliche Wiederbesiedlung auf zersetzen Gartenabfällen
Abb. 3: Ausgewilderte Schneeglöckchen im Wald

 

 

 

 

 

 

 

Aus Karte1 lassen sich einige Gartenpflanzen entnehmen, die am Waldrand zur Siedlung gefunden wurden. Dabei ist zwischen zwei Artengruppen zu unterscheiden: Gartenflüchtlinge, die nicht auf Dauer den Waldrand besiedeln (s. Karte 1, außer Schneeglöckchen und Schneebeere) und solchen, die hier ihre spezifischen Standortbedingungen vorgefunden und sich bereits eingebürgert haben. Zu Letzteren gehören Schneeglöckchen und Schneebeere, die den Status eines "Neubürgers" (Neophyt) in unserer Region haben. Eine Nachkontrolle 2017 zeigt, dass beide Arten an den betreffenden Stellen mindestens so häufig sind wie vor 20 Jahren, sich teilweise noch ausgebreitet haben (Karte 2).
Abbildung 2 lässt erkennen, dass die Gartenabfälle nach einigen Jahren stark abgebaut sind und der grobe Humus durch Pflanzenarten mit hohem Bodenstickstoff-Bedarf besiedelt werden wie Scharbockskraut, Brennnessel, Knoblauchrauke und Aronstab. Diese Arten kamen vor dem Gartenabfall-Eintrag an dieser Stelle und saurem, nährstoffarmen Boden nicht vor. Eine solche menschengemachte standörtliche Veränderung der Pflanzenverbreitung lässt sich am Beispiel des Aronstabs gut demonstrieren (Karte 3): Die humifizierten Gartenabfall-Haufen bieten dem ansonsten im Rumbecker Holz eher selten anzutreffenden Aronstab neue zusätzliche Wuchstandorte rund um die Schule mit feuchtem, nur schwach saurem und stickstoffreichem humosem Boden.

Karte 1
Karte 2
Karte 3