Abfluss von Oberflächenwasser aus dem Friedhofsbereich in den Wald und dessen Auswirkungen auf die Pflanzenverbreitung

Eintrag von Oberflächenwasser aus dem Friedhof

Mit der Anlage des Wald-Friedhofs entstanden auch breite versiegelte Straßenbereiche: Die Zufahrtsstraße zur Friedhofskapelle im Westen und der zentrale Weg in der Mitte des Friedhofs mit einem befestigten Parkplatz  an der Straße durch das Rumbecker Holz. Beide Verkehrsachsen verlaufen ziemlich gerade hangabwärts bis zum Rand des Naturschutzgebiets. Dies hat zur Folge, dass bei starkem Niederschlag viel Oberflächenwasser über die Straßen nach unten in den Wald fließt (siehe Karte 1). Zusätzlich wird ankommendes Wasser durch einen Graben an mehreren Stellen in den Wald abgeleitet. Auch Wasser von einem angrenzenden Forstweg am Westrand fließt talwärts. Die Bodenfeuchte-Messungen zeigen, dass durch den unregelmäßigen zusätzlichen Wassereintrag lokal kleine wechselfeuchte Teilflächen innerhalb des strukturarmen, nur flach geneigten Hallen-Hochwaldteils entstanden sind (siehe Karte 2).
An den Beispielen Rasenschmiele und Hänge-Segge lässt sich verdeutlichen, dass diese durch menschliche Einwirkung entstandenen Feuchtbereiche von Pflanzenarten entsprechend ihres ökologischen Verhaltens besiedelt werden. Karte 3 zeigt das Verbreitungsbild der Rasenschmiele. Diese Grasart bevorzugt sehr feuchte, oft wechselfeuchte Standorte. In der Verbreitungskarte sind mehrere auffällige "zungenförmige" Wuchsbereiche hangabwärts erkennbar, ausgehend von der Straße durch das Rumbecker Holz. Wird dieses Verbreitungsbild mit der Bodenfeuchte-Karte unterlegt, deckt sich das Rasenschmielen-Vorkommen mit den durch Oberflächenwasser-Eintrag entstandenen Feuchtbereichen, deren Bodenfeuchtegrad von der Menge des eingetragenen Oberfächenwassers abhängt. (Karte 4).
Das Verbreitungsbild der Hängesegge zeigt einen Wuchsschwerpunkt angrenzend an den Parkplatz (siehe Karte 5). In diesem Bereich versickert das über den Zentralweg des Friedhofs und den Parkplatz abfließende Niederschlagswasser. Die Hänge-Segge bevorzugt nasse Standorte mit Sickerwasser und hohem Grundwasserspiegel. Ein solcher Standort wurde offensichtlich am Rand des Parkplatzes durch den Menschen geschaffen (siehe Karte 6).
Neben Rasenschmiele und Hängesegge sind auch andere Pflanzenarten mit Präferenz für sehr feuchte Standorte auf den wechselfeuchten Teilflächen zu finden wie Winkelsegge. Flatterbinse und Hain-Gilbweiderich.

Karte 1: Geländerelief und Fließrichtung des Wassers
versiegelter Zentralweg des Friedhofs
befestigter Parkplatz am Friedhof unterhalb des Zentralwegs

 

 

 

 

 

 

 

Karte 2: Messpunkte und Bereiche unterschiedlicher Bodenfeuchte
Karte 3: Verbreitungsbild der Drahtschmiele
Karte 4: Verbreitungsbild der Drahtschmiele und Bodenfeuchte-Bereiche

 

 

 

 

 

 

 

Karte 5: Verbreitungsbild der Hänge-Segge
Karte 6: Verbreitungsbild der Hänge-Segge und Bodenfeuchte-Bereiche