Bodentypen und Löss-Auflagerung im Rumbecker Holz

 

Abb. 10: Bodentypen im Bereich des Rumbecker Holzes

Aus der Bodenkarte in Abbildung 10 lässt sich erkennen, dass für die Bodenbildung auf der Untersuchungsfläche Rumbecker Holz das aus der letzten Eiszeit stammende Lockersediment Löss wichtig ist. Im Folgenden wird Entstehung und Transport von Löss zum Rumbecker Holz kurz beschrieben:

Während der letzten Kaltzeit, der Weichsel-Eiszeit, erreichte das Inlandeis in Deutschland nur den Nordosten. Der größte Teil Deutschlands gehörte zum periglazialen Raum (Gebiet im Vorraum der Gletscher) mit kontinentalem, trockenem, kaltem Klima, besonders sehr kalten Wintern (KOENIGSWALD 2002). Die Vegetation war eine Kaltsteppe, die sogenannte Mammut-Steppe, mit niedriger Kraut-Vegetation und Zwergsträuchern über dem Permafrostboden (LANG 1994). Auf die Kaltsteppe weisen auch die vielen Funde von Resten der eiszeitlichen Tierwelt im südlichen Münsterland hin (KOENINGSWALD 2002, BUNZEL-DRÜKE et al. 1993). Aus den vegetationsarmen Frostschutt- und Schmelzwasser-Ablagerungen der Kaltsteppe wurde feinkörniges schluffreiches Material ausgeweht, dass sich zum Teil weit entfernt u.a. an Flachbereichen vor Bergrücken und an Berghängen ablagerte. Dazu gehören die Börden nördlich des Haarstrangs (z.B. Soester Börde) sowie der Nordrand des Sauerlands. Das Rumbecker Holz, welches auf der Nord-West-Abflachung zum Ruhrtal liegt, wurde während der Weichsel-Kaltzeit von einer Löss-Schicht überdeckt, die meist 0,5 bis 1 Meter, am unmittelbaren Abhang zur Ruhr mehrere Meter dick ist.

Löss ist meist gelblich gefärbt und weist eine geringe Korngröße zwischen 0,01 – 0,06 mm auf (s. Bodenart). Er besteht in Mitteleuropa zu 10 – 25 % aus Tonmineralen, hauptsächlich Illit (s. Tonminerale), 65 – 80 % aus Schluff und 10 – 15 % Feinsand. Der Mineralbestand weist 40 – 45 % Quarz, 10 – 15% Feldspäte, 20 % Glimmer (s. Struktur Bodenminerale) und 10 – 15 Calcit auf (SCHEFFER, SCHACHTSCHNABEL 1998). Korngrößen-Zusammensetzung und Mineralbestand beeinflussen die Bodenbildung entscheidend (s. Bodenprofil Pseudogley-Braunerde). Durch die Löss-Decke ist die Zusammensetzung des Mineralkörpers des Bodens gegenüber einer Fläche mit einem Mineralkörper nur aus verwittertem Grundgestein erheblich verändert.

Der aufgewehte Löss führte während der Kaltzeit an den Hangzonen des nördlichen Sauerlands zum Phänomen der „Fließerde“. Dadurch wurde der Löss zusätzlich mit Steinen durchsetzt. (s. Fließerde).