Das Grundgestein im Raum Arnsberg

 

Abb. 7: Gesteinsschichten im Raum Arnsberg

Der größte Teil des Grundgesteins im Raum Arnsberg stammt aus dem Oberkarbon. Es handelt sich um ein Gestein unterschiedlicher Körnigkeit, meist um Sandstein, teils um Schluff-oder Tonstein. Es entstand vor ca. 320 Millionen Jahren aus Verwitterungsschutt des sich im Karbon von Südosten nach Nordwesten heraushebenden Variszischen Gebirges. Dieser Schutt wurde in ein dem Gebirge nördlich vorgelagertes Meeresbecken transportiert, dort als Sediment abgelagert und anschließend als Gestein verfestigt. Zum Teil findet man einen sehr festen quarz- und feldspatreichen grauen Sandstein, der Grauwacke genannt wird und u.a. für Pflastersteine verwendet wird. Im Gegensatz zu den weiter nordwestlich liegenden etwas jüngeren Gesteinsschichten des Oberkarbons, in die Kohlenflöze eingebunden sind, ist das Gestein im Raum Arnsberg flözleer.

Im südlichen Bereich des Stadtgebiets von Arnsberg findet man Calciumkarbonat haltiges Tongestein aus den Unterkarbon, den Kulm-Plattenkalk. Das Calciumkarbonat stammt von dem devonischen Korallenriff-Gürtel, der sich von der Eifel über das nördliche Bergischen Land bis ins nordöstlich Sauerland erstreckte. Durch die fortschreitende Heraushebung des Variskischen Faltengebirges und nach dem Absterben der Riffe wurden besonders Riff-Schutt und Tone in das nördlich angrenzende Kulmbecken abgelagert. Daraus entstand u.a. der Kulm-Plattenkalk, der im Raum Herdringen in Steinbrüchen abgebaut wird.

Die Verwitterung des Sandsteins der oberkarbonischen Arnsberger Schichten und des calciumcarbonathaltigen Kulmplattkalk der Herdringen-Formation führen auf kleinem Raum zur Ausbildung verschiedener Böden mit sehr unterschiedlicher Wald-Vegetation (s. Vergleich der Pflanzengesellschaft von Rumbecker Holz und Sternhelle).

Der Haarstrang nördlich von Ruhr und Möhne entstand in oberen Kreidezeit, in der das Kreidemeer bis zum Nordrand des Sauerland reichte. Aus Ablagerungen von Mergel und Kalk entstanden Gesteinsschichten aus fossilreichem sandigem Kalkstein und grünlich gefärbtem Sandmergelstein, die in großen Steinbrüchen abgebaut werden.

Mit der Abtragung des Variszischen Gebirges bis zum Ende des Karbons blieb lediglich ein welliger Gebirgssockel als Teil der Rheinischen Masse übrig, der den Grundstock für das Rheinische Schiefergebirge bildet und damit auch für das Sauerland. Bis auf Randbereiche wurde das Sauerland nicht mehr überflutet, sondern ist seit ca. 300 Millionen Jahren Festland. Erst in den letzten 2 Millionen Jahren wird das Rheinische Schiefergebirge herausgehoben. Somit stellt sich heute das Sauerland als Mittelgebirge dar. Die Hebung hält noch an.