Eiszeitliche Fließerde im Rumbecker Holz

Die Löss-Auflage im Hangbereich des Rumbecker Holzes aus dem Oberpleistozän führte zusammen mit dem darunterliegenden Verwitterungsschutt des Grundgesteins aus dem Oberkarbon zur Ausbildung einer Fließerde (Solifluktation). Abbildung 11 zeigt schematisch die Entstehung der Fließerde:

Abb. 11: Schema zur Entstehung der Fließerde im Rumbecker Holz

Während der Weichsel-Eiszeit herrschte u.a im Sauerland kaltes, kontinentales Klima (Jahresdurchschnitt-Temperatur von – 2 Grad) Celsius. Die Vegetation war im Wesentlichen geprägt von einer niedrigen Krautschicht mit Zwergsträuchern und nur wenigen höheren Pflanzen. Das kalte Klima hatte Permafrostböden zur Folge, die während des Sommers nur oberflächlich auftauten. Der Wechsel von Gefrieren und Auftauen führte zur Frostsprengung in der oberen Gesteinsschicht. Dadurch entstand Gesteinsschutt. Über und in dem Gesteinsschutt lagerte sich Löss ab. Während der wärmeren Jahreszeit entstand über dem gefrorenen Untergrund aus dem feinkörnigen Löss und dem Tauwasser ein wassergesättigter Brei. Dieser fungierte als Gleitmittel für den darüberliegenden Gesteinsschutt und den Löss. Bei ausreichend großer Hangneigung (> 2 Grad) wie im Rumbecker Holz bewegte sich der Löss mit zusätzlichen Steinen des Verwitterungsschutts als Fließerde langsam den Hang herab und sammelte sich am Hangende zu einer mehrere Meter dicken Löss-Schicht mit vereinzelten Steinen an. Diese Fließerde ist das Ausgangsmaterial für den Mineralkörpers des Bodens im Rumbecker Holz. Hinzu kommt, dass die Untersuchungsfläche im Bereich der Mittelterrasse der Ruhr liegt, deren Flussablagerungen unter der Fließerde zu finden sind (s. Ruhr-Terrassen).