Humusprofil und Horizonte des Oberbodens

Auflage-Horizonte

Streuhorizont Ol oder L
Abgefallene Pflanzenreste wie Blätter, Zweige und verholzte Fruchtbecher von Bucheckern und Eicheln bilden die oberste Streu- oder Förna-Schicht. Im oberen Bereich sind die Pflanzenreste nur wenig verändert, es lassen sich durch die Tätigkeit von Pilzen und tierischen Streubewohnern Humusformen Verfärbungen und Fraßspuren an den Blättern erkennen. Nach untern zunehmend wachsen Pilzhyphen auf und zwischen den Blättern, die teilweise miteinander verkleben, durch Fraß stark skelettiert und zerteilt werden.

Vermoderungshorizont (Fermentationshorizont, Grobhumus-Horizont) Of
Die Pflanzenreste sind stark zerkleinert. Diese sind gemischt mit tierischen Exkrementen sowie vereinzelt mit amorphen organischen Substanzkrümeln. Es zeigen sich Feinwurzeln.

Humusstoff-Horizont (Feinhumus-Horizont) Oh
Hier sind nur noch wenige Pflanzenreste der Streuauflage erkennbar. Amorphe organische Humussubstanz und Exkremente bilden ein zunehmend ein festeres Krümelgefüge aus einer tiefdunkel gefärbten Feinmasse. Durch die Wühltätigkeit von Bodentieren, vor allem Regenwürmern wird mineralische Bodensubstanz aus dem Ah-Horizont eingetragen (Bioturbation). Allerdings ist der Grad der Durchmischung stark vom Boden-Säuregehalt abhängig, wie die folgende Abbildung 28  zeigt. Der Humusstoff-Horizont ist stark durchwurzelt.

Humoser Mineralboden-Horizont

Den Übergang vom organisch geprägten Auflageboden zum Mineralboden bildet der Ah-Horizont. Durch Bioturbation und einsickerndes Niederschlagswasser werden in diesen lehmig-schluffigen Mineralbodenbereich (siehe Abbildung 28) erhebliche Mengen von Humusstoffen eingetragen, so dass er dunkel gefärbt ist und von dem darunter beginnenden mineralischen Unterboden gut abgrenzbar ist. Der Ah-Horizont ist relativ reich an Nährstoffionen (siehe Kapitel „Kationen-Gehalt“ und „Ammonium-Nitrat-Ionen"). Er ist intensiv durchwurzelt.

Abb. 28: Abhängigkeit der Bioturbation vom Bodensäuregehalt